Verhandlungen mit IG Metall zur Öffnung tariflicher Beschränkungen von Arbeitsverträgen in Stadthagen gescheitert

Stadthagen, Allemagne, 26.01.2016,  von Faurecia

Die Verhandlungen mit der IG Metall über erweiterte Möglichkeiten, den Mitarbeitern am Standort 40-Stunden-Verträge mit

entsprechend höherem Entgelt anbieten zu können, sind heute Nachmittag gescheitert.

Zum Hintergrund: Der Tarifvertrag der niedersächsischen Metallindustrie sieht vor, dass maximal 18 Prozent aller Mitarbeiter am Standort einen sogenannten 40-Stunden-Vertrag haben können. Basis ist die 35-Stunden-Woche in der Metallindustrie.

Im Tarifvertrag gibt es allerdings Öffnungsklauseln, die es ermöglichen, auch mehr Mitarbeitern einen solchen Arbeitsvertrag anzubieten. Das Unternehmen wollte damit die Chancen für einen eventuellen Neubau der Deutschlandzentrale in Stadthagen erhöhen, der ausreichend Platz für die Mitarbeiter im R&D- und Verwaltungsbereich bieten soll. Diese Investition im zweistelligen Millionenbereich, die den Standort langfristig sichern und international wettbewerbsfähig machen soll, wird derzeit geprüft.

 

Es liegt in der Struktur eines Entwicklungsstandorts, dass hier ein besonders hoher Anteil hoch qualifizierter Mitarbeiter beschäftigt wird. Wie eine kürzlich durchgeführte Mitarbeiterbefragung am Standort zeigte, hat ein großer Anteil dieser Mitarbeiter Interesse daran, länger an ihren Projekten und Innovationen arbeiten zu können. Eine Ausweitung der Arbeitszeit auf 40 Stunden erfolgt ausschließlich auf freiwilliger Basis und natürlich bei vollem Lohnausgleich. Rupertus Kneiser, HVice President Faurecia Autositze: „Wenn wir Stadthagen als Forschungs- und Entwicklungsstandort attraktiver machenwollen, ist das einfach eine Grundbedingung, um neue Fachkräfte für den Standort zu gewinnen."

 

 

In den Verhandlungen war die Arbeitgeberseite bereit, eine Standortsicherung abzuschließen und in die Verhandlungen über lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle einzusteigen. Die IG Metall war unter diesen Voraussetzungen aber nur bereit, nach Abschluss der erheblichen Investitionen für maximal zwei Jahre einer Ausweitung der Arbeitszeitquote zuzustimmen. Gerade mit Blick auf die langfristige Ausrichtung des Standortes ist diese kurze Laufzeit für das Unternehmen nicht hinnehmbar.

Der Standort Stadthagen ist für Faurecia eine weltweite Zentrale für die Sitzentwicklung im Premiumsegment und gehört zu den Innovations- und Hochtechnologie-Standorten. Hier arbeiten rund 900 Arbeitnehmer, rund 70 in der Kleinserienfertigung und rund 790 in R&D und Zentralfunktionen sowie rund 40 Auszubildende in beiden Bereichen.

 

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